Landstraßen waren im Jahr 2023 für Auto- und Motorradfahrende eindeutig die gefährlichsten Routen. Schmaler als Autobahnen laden sie bei gerader Streckenführung leider dazu ein, die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit durchaus zu ignorieren. Der eine oder andere Überholvorgang wurde in Kurven durch nicht vorhersehbaren Gegenverkehr abrupt beendet. Überhöhte Geschwindigkeit respektive nicht an die Witterung angepasste Fahrweise war bei 33 Prozent, 535 der Verstorbenen, die Unfallursache.
Für Fußgänger*innen gilt auf Landstraßen nach wie vor, auch bei Dunkelheit gut sichtbare Kleidung zu tragen und gegen den Verkehr zu laufen. Es ist nicht bekannt, wie oft Radfahrende, eigentlich unbeteiligt, von zu dicht vorbeifahrenden Autos touchiert wurden. Aber betrachten wir einmal die Zahlen im Einzelnen.
Der Tatsache, dass die meisten Verkehrstoten, 58 Prozent, auf Landstraßen zu beklagen waren, liegt umgekehrt ein interessanter Sachverhalt zugrunde. Die Quote an Unfällen mit Personenschaden auf Landstraßen machte nämlich nur 24 Prozent aus. Damit stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschäden auf rund 70.000, ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auf den deutschen Autobahnen wird es auch nicht ruhiger, im Gegenteil. Die freie Fahrt für freie Bürger endete im Jahr 2023 in 19.000 Fällen mit mindestens einer geschädigten Person. Dies bedeutete einen Anstieg von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein generelles Geschwindigkeitslimit kommt für die freiheitsliebenden Deutschen nicht infrage. Möglicherweise wäre aber der eine oder andere der 43 Prozent derer, die auf der Autobahn starben, noch am Leben. Diese Quote gibt die Anzahl der Unfälle wider, die aus überhöhter Geschwindigkeit resultieren. In absoluten Zahlen, 130 der 215 Autobahntoten fuhren zu schnell oder wurden durch zu schnell fahrende Fahrzeuge getötet. Differenziert betrachtet erhöht sich die Zahl der Autobahntoten noch um 74 Menschen, die nicht in PKws, sondern in LKws, Sattelschleppern oder sonstigen Zugmaschinen unterwegs waren.
Ein letztes Wort noch zum Fahrrad als Verkehrsmittel. Die Popularität steigt kontinuierlich, erhielt durch E-Bikes und Pedelecs noch zusätzlichen Auftrieb. Dazu passt geradezu ins Bild, dass zwar die Zahl der Unfallopfer seit 2010 um 22,2 Prozent zurückging. Die Zahl der getöteten Fahrradfahrenden stieg in diesem Zeitraum jedoch um 17,1 Prozent.
Spitzenreiter bei Unfällen mit Personenschäden waren eindeutig Unfälle innerorts. Die Polizei zählte hier im Jahr 203.000 Zusammenstöße mit Personenschaden, in erster Linie bei Fußgängern. Damit vereinnahmen die Kommunen rund 70 Prozent dieser Unfälle für sich. Und es verwundert auch nicht, dass es hier die Fußgänger sind, welche die traurige Statistik anführen. Leider schweigt sich Destatis, welches die Datenbasis stellt, aber darüber aus, ob hier beispielsweise auch Personen gezählt wurden, die beim Überqueren von Straßenbahngleisen von einem Zug erfasst wurden, oder ob rein Unfälle mit Kfz, Motorrädern und -rollern oder gegebenenfalls auch Fahrräder gezählt wurden.
(Quelle: Destatis)