Energiewende, Energieumlage, Windenergie oder doch lieber Solar? Bei so viel Gedanken, Diskussionen und Vorschlägen zum Thema Energie stellt sich doch die Frage, wofür brauchen die Deutschen eigentlich die ganze Energie. Und wo kommt die Energie im Jahr 2025 eigentlich her? Unsere Grafik zeigt deutlich, wofür die Energie verwendet wird. Klimaanlagen sind mit einem Prozent ganz klar keine große Verbrauchsgröße. Dass aber Verbrauchs- und Informationstechnik, Fernseher, Computer und Handy-Ladestationen, mit 17 Prozent auf dem dritten Platz liegen, gibt zu denken. Mehr rausgehen und abends in der Kneipe mit Freunden treffen, ohne DSDS, Whatsapp und PC-Gaming, könnte diese Kosten senken. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass der Stromverbrauch in deutschen Haushalten generell rückläufig ist, trotz verstärkter Nutzung von Verbrauchern. Die Technologie macht es möglich:
Gesamter Stromverbrauch in Privathaushalten
| Jahr | Stromverbrauch (Mrd. kWh) |
| 2010 | 140 |
| 2015 | 130 |
| 2016 | 129 |
| 2017 | 129 |
| 2018 | 128 |
| 2019 | 127 |
| 2020 | 129 |
| 2021 | 139 |
Quelle: Destatis (Stand: März 2025)
Allerdings ist der Anstieg vom Jahr 2020 auf 2021 nur durch Corona erklärbar, da die Menschen zwangsläufig ihre Zeit zu Hause verbrachten.
Erneuerbare Energie auf dem Vormarsch
Im Jahr 2024 wurden bereits 59,4 Prozent des Stroms in Deutschland aus regenerativen Quellen gewonnen. Konventionelle Energieträger machten nur noch 40,6 Prozent aus. Mit 31,5 Prozent lag die Windkraft als Energiequelle ganz klar an der Spitze, vor Fotovoltaik mit 13,8 Prozent. Biogas leistete seinen Anteil mit 6,5 Prozent, Wasserkraft trug mit 4,7 Prozent dazu bei. Sonstige erneuerbaren Energieträger wurden mit 2,9 Prozent beziffert.
Die Zahlen bei Kohle sind zwangsläufig rückläufig, im Jahr 2024 stammten noch 22,5 Prozent des Stroms aus Kohlekraftwerke, auf Gas entfielen 14,9 Prozent. Dass Kernenergie bei der Stromerzeugung in Deutschland mit einer Null geführt wird, ist allerdings ein kleines bisschen Augenwischerei (Quelle: Destatis). Im Jahr 2024 wurden in Deutschland vier Prozent des Stromverbrauchs aus ausländischem Atomstrom gedeckt (Quelle: Tagesschau).
Energieeffizienz wird immer besser
Dass der Stromverbrauch trotz wachsender Nutzung elektrischer Geräte eine fallende Tendenz aufweist, hat zwei Gründe. Zum einen arbeiten die Hersteller und Herstellerinnen daran, dass die Haushaltsgeräte immer energieeffizienter werden. Zum anderen ist die Kundschaft auch bereit, für höhere Energieeffizienz einen zunächst höheren Preis zu bezahlen. Die Logik liegt darin, dass sich dieser langfristig durch den geringeren Stromverbrauch amortisiert. Die schweizerische Regierung hat dazu eine Studie veröffentlicht. Zwar ist die Zahl der in der Schweiz vorhandenen Haushalts- und Bürogeräte geringer, die Produkte sind aber die gleichen, wie in Deutschland. Uns interessiert aus dieser Studie nur eine, auch auf Deutschland anwendbare, Zahl, der prozentuale Energieverbrauch. Dieser ist in der Zeit zwischen 2001 und 2021 um 16,3 Prozent gesunken, bei einem gleichzeitigen Anstieg der Verbrauchsgeräte (schweiz-spezifisch, aber dennoch interessant) um 41,2 Prozent.
Energieverbrauch in der Zukunft
Unser Beispiel Schweiz zeigt, dass es das Zusammenspiel aus Forschung und Produktion auf der einen Seite und der Bereitschaft der Kundinnen und Kunden auf der anderen Seite, für effizientere Produkte mehr zu bezahlen ist, welches den Energieverbrauch sinken lassen kann. Dies gilt zumindest für die privaten Haushalte. Im Industriesegment wird der Verbrauch im Rahmen exponentiell ansteigen. KI, Coin-Mining, Superprozessoren, um nur drei Beispiele zu nennen, benötigen Unmengen an Energie.
Natürlich haben es die privaten Haushalte auch in der Hand, selbst über Nutzungsgewohnheiten ihren Stromverbrauch zu reduzieren. Je mehr Menschen sich in der Bar treffen, desto mehr Fernseher und Lampen bleiben zu Hause aus und der Stromverbrauch pro Kopf in der Bar sinkt ebenfalls.
Neben dem Kauf energieeffizienter Geräte kommt es natürlich auch auf deren Nutzung an. Kühlschränke sollten nicht neben Herd oder Heizung stehen, beim Kochen empfiehlt es sich, wo immer es geht, den Deckel auf den Topf zu legen. Warme Speisen nie sofort in den Kühlschrank stellen, sondern erst abkühlen lassen. Essen vor dem Einfrieren erst im Kühlschrank herunterkühlen. Stromspar-Tasten sind zwar nett, aber auch im Stromsparmodus verbrauchen Fernseher, Stereoanlagen und Ähnliches Strom. Komplettes Abschalten ist die klügere Lösung. Der schlimmste Energiefresser im Haushalt sind jedoch alte Heizungsanlagen. Ein Wechsel kann über die Jahre tausende Euro einsparen.