Jährliche Ausgaben vs. staatliche Rente im Europa-Vergleich
In der Europäischen Union ist heute bereits jeder fünfte Bürger mindestens 65 Jahre alt. Da die Lebenserwartung steigt und die Geburtenraten sinken, wird dieser Anteil in den kommenden Jahrzehnten massiv wachsen. Doch während die Demografie oft Thema politischer Debatten ist, bleibt die drängendste Frage für den Einzelnen meist unbeantwortet: Reicht mein Geld eigentlich für einen würdevollen Ruhestand?
Wo in Europa könnten Sie komfortabel in Rente gehen? Berechnen Sie Ihre persönliche Rentenlücke in 30 Ländern.
Zwar veröffentlichen Regierungen Unmengen an Statistiken zu Rentenhöhen und Haushaltsausgaben, doch diese Datenreihen existieren oft in isolierten Silos. Es fehlt die entscheidende Brücke zwischen dem, was der Staat zahlt, und dem, was das Leben vor Ort tatsächlich kostet. Unsere Studie schließt diese Wissenslücke. Wir haben die realen Ausgabengewohnheiten der über 60-Jährigen europaweit analysiert, inflationsbereinigt auf das Preisniveau von 2023 hochgerechnet und sie direkt den durchschnittlichen staatlichen Altersrenten gegenübergestellt. Das Ergebnis ist ein realistisches Bild der „Renten-Wirklichkeit" in Europa.
Ziel der Untersuchung ist es nicht, ein einheitliches „richtiges" Renteneinkommen zu definieren. Vielmehr wollen wir die Diskrepanz zwischen den typischen Ausgaben und den durchschnittlichen Rentenleistungen aufzeigen. Dabei betrachten wir die Rentenbeträge als Bruttobeträge, um eine einheitliche Datenbasis über 30 Länder hinweg zu schaffen.
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Während die staatliche Rente in einigen Ländern die Lebenshaltungskosten nahezu deckt, ist in anderen ein massives Zusatzeinkommen erforderlich, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten.
Wenn wir über Renten sprechen, ist die erste und grundlegendste Frage: Wie viel zahlt der Staat?
Die staatlichen Altersrenten variieren in Europa erheblich. Im Jahr 2023 lag die durchschnittliche jährliche Bruttorente je nach Land zwischen 34.000 € und 4.000 €. Eine breite Spannweite mit einem EU-Durchschnitt von 17.321 €. Diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf staatliche Altersrenten (keine Erwerbsminderungs- oder Hinterbliebenenrenten) und schließen Betriebs- und Privatrenten aus.
In Euro ausgedrückt, offenbart die europäische „Renten-Landkarte" eine deutliche Kluft zwischen dem Nordwesten und dem Osten. An der Spitze der Rangliste befinden sich die besonders komfortablen Rentensysteme des Kontinents:
Es ist verlockend, einen Blick auf die Rente in Luxemburg (ca. 34.000 €) zu werfen und daraus zu schliessen, dass deren Rentner und Rentnerinnen achtmal „wohlhabender" sind als diejenigen in Serbien. Diese nominelle herangehensweise erzählt allerdings nur einen Teil der Wahrheit.
Nominale Zahlen sind zwar hilfreich, um die Situation in einem bestimmten Land zu betrachten, aber da sie die Lebenshaltungskosten nicht berücksichtigen, eignen sie sich nicht gut für den Vergleich von Ländern untereinander. Um den wahren Wert einer durchschnittlichen Rente zu verstehen, müssen wir über die reinen Zahlen hinaus blicken und uns fragen: Was kann man mit diesem Geld eigentlich kaufen?
Die nachstehende Grafik zeigt die durchschnittlichen jährlichen Renten in Euro im Vergleich zum Kaufkraftstandard (KKS). Letzterer Wert macht sichtbar, wie viel „Kaufkraft" Rentnerinnen und Rentner tatsächlich aus jedem Euro ziehen können und verringert die Spannweite deutlich:
Die Gegenüberstellung beider Maße hilft zu unterscheiden, wo Renten absolut am höchsten sind und wo sie real die größte Kaufkraft entfalten. Die 34.000 Euro Rente in Luxemburg entspricht aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten eher einer Kaufkraft von rund 23.000 Euro, während die 4.479 Euro Rente in Bulgarien aufgrund des niedrigeren Preisniveaus eher einer Kaufkraft von etwa 8.000 Euro entspricht.
Frankreich und Spanien weisen mit jeweils rund 20.000 Euro eine ähnlich hohe durchschnittliche Rente auf. Aufgrund der niedrigeren Lebenshaltungskosten lässt sich dieser Betrag in Spanien jedoch weiter strecken als in Frankreich. Diese Zahlen gelten ungeachtet zusätzlicher Unterschiede einzelner Regionen oder Städte innerhalb der jeweiligen Länder, wo die Lebenshaltungskosten außerdem erheblich variieren können.
Um beurteilen zu können, ob Renten tatsächlich ausreichen, wenden wir uns im nächsten Schritt der anderen Seite der Gleichung zu: den jährlichen Ausgaben älterer Menschen in Europa.
Ausgaben variieren stark nach Alter, Haushaltstyp und Land und sie werden für ältere Bevölkerungsgruppen nicht durchgängig und einheitlich in Euro veröffentlicht. Um vergleichbare Zahlen bezüglich der Ausgaben von Menschen über 60 Jahren zu bekommen, haben wir mehrere Eurostat-Datenquellen kombiniert. Diese Werte basieren auf Ausgabegewohnheiten von 2005 - 2020 und wurden anschließend auf das Preisniveau von 2023 hochgerechnet.
Die Ergebnisse zeigen eine zehnfache Spannweite bei den nominalen Kosten eines typischen Ruhestands:
Diese massiven Unterschiede spiegeln nicht nur Preisniveaus wider, sondern offenbaren völlig unterschiedliche Lebensrealitäten. Es wäre unrealistisch zu glauben, dass ein Rentner in Bulgarien mit knapp 4.600 Euro denselben Lebensstandard genießt wie ein Rentner in Dänemark.
Diese Diskrepanz bedeutet jedoch nicht, dass der Vergleich wertlos ist. Im Gegenteil: Er erlaubt uns, die „relative Angemessenheit" der Systeme zu prüfen. Unabhängig vom absoluten Wohlstandsniveau lässt sich mithilfe dieser Methodik bestimmen, inwieweit die jeweilige staatliche Rente die ortsüblichen Durchschnittskosten deckt, und wo Rentner zwingend auf private Polster angewiesen sind.
Auf Basis dieser Daten lässt sich prüfen, ob die staatlichen Renten die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten im Alter tatsächlich abdecken. Unsere Analyse zeigt: Für die große Mehrheit der Europäerinnen und Europäer ist die staatliche Rente keine Vollversorgung, sondern lediglich eine Ausgangsbasis, die eine erhebliche finanzielle Lücke offenlässt. In allen bis auf vier Länder deckt die durchschnittliche Altersrente nicht einmal vor Steuerabgaben die gesamten jährlichen Ausgaben einer Person.
Indem wir die Renteneinkünfte mit Ausgaben vergleichen, lässt sich ermitteln, welcher Prozentsatz der Ausgaben allein durch die Renten gedeckt werden kann. Europa lässt sich hierbei grob in drei Kategorien unterteilen:
Es ist wichtig zu betonen, dass es sich bei den in dieser Studie verwendeten Rentenwerten um Bruttobeträge handelt. In fast allen EU-Mitgliedstaaten unterliegen staatliche Renten der Einkommensteuer sowie häufig auch Sozialversicherungsbeiträgen, etwa für die Krankenversicherung.
Die steuerliche Behandlung variiert dabei stark: Während einige Länder Freibeträge für Rentner gewähren, behandeln andere die Rente steuerlich wie ein normales Arbeitseinkommen. Für den Einzelnen bedeutet das: Die tatsächliche Kaufkraft am Monatsende liegt oft noch deutlich unter den hier analysierten Bruttowerten, was die reale Versorgungslücke in vielen Ländern zusätzlich vergrößert.
Um die Ausgabenstruktur von Ruheständlern besser zu verstehen, betrachten wir die Kosten des Lebens im Ruhestand in Europa im Detail. Wie sieht der finanzielle Alltag einer typischen Rentnerin oder eines typischen Rentners in verschiedenen europäischen Ländern aus? Wofür wird das verfügbare Einkommen tatsächlich verwendet?
Unsere Analyse von 12 zentralen Ausgabenkategorien zeigt dabei ein, über Länder hinweg, bemerkenswert einheitliches Muster. In nahezu allen Ländern entfällt rund die Hälfte der gesamten Ruhestandsausgaben auf nur zwei Bereiche: Wohnen (einschließlich Nebenkosten wie Wasser, Gas und Strom) sowie Nahrungsmittel und Getränke.
Der Rest des Budgets: Die verbleibenden Ausgaben verteilen sich auf Gesundheit, Verkehr, Freizeit, Reisen sowie moderate Genuss-Ausgaben wie Tabak oder Alkohol. Bildung nimmt in dieser Altersgruppe durchgängig den kleinsten Anteil ein.
Wohnen und damit verbundene Kosten sind der größte Ausgabenposten für Rentner und Rentnerinnen und machen oft etwa ein Drittel ihrer Ausgaben aus. Preisschwankungen bei Miete, Heizkosten und Nebenkosten stellen die größte Bedrohung für die Rente dar. Obwohl viele Länder die Rentenbeträge regelmäßig an die Inflation anpassen, können Rentner und Rentnerinnen dennoch unter Druck geraten, wenn die Wohn- oder Energiekosten schneller steigen als die allgemeine Inflation. Weitere Hintergründe liefert eine aktuelle Studie von Datapulse Research zur wachsenden Mietbelastung in Deutschland.
Allerdings gibt es in dieser Ausgabenkategorie erhebliche individuelle Unterschiede. Viele, die ein Haus besitzen, haben in dieser Lebensphase ihre Hypotheken abbezahlt. Dies verschafft Hausbesitzenden in fast allen Ländern einen enormen Vorteil, insbesondere aber in Ländern wie Deutschland, Österreich, und den Niederlanden, wo ungefähr 60% der älteren Bevölkerungsgruppe in Mietwohnungen leben und daher häufig mit Mieterhöhungen konfrontiert werden. Der Besitz eines Hauses bedeutet dort, dass ein großer Teil der staatlichen Rente für andere Dinge zur Verfügung steht.
Führt eine „unzureichende" Rente automatisch zu Altersarmut? Nicht zwingend.
Betrachtet man das Armutsrisiko älterer Menschen im Verhältnis zur Rentendeckung, zeigt sich: In Ländern, in denen die Renten die Ausgaben übersteigen, etwa in Tschechien und Polen, ist das Armutsrisiko in der Regel geringer. Dort, wo dies nicht der Fall ist, wie in Litauen oder Kroatien, fällt es hingegen höher aus.
Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen. In Ländern wie Norwegen, der Slowakei und Luxemburg, in denen die staatlichen Renten die durchschnittlichen Ausgaben nicht vollständig decken, bleibt das Armutsrisiko dennoch niedrig. In diesen Systemen ist die staatliche Rente nicht als alleinige Einkommensquelle gedacht. Stattdessen stützen sich diese Gesellschaften auf starke zweite und dritte Säulen, etwa private Ersparnisse oder Arbeitgeber basierte Altersvorsorge, um einen angemessenen Lebensstandard im Ruhestand zu sichern.
„Eine wichtige Erklärung dafür, warum Altersarmut in Norwegen vergleichsweise gering ist, liegt zwar in dem relativ großzügigen Mindestniveau der Renten über das nationale Versicherungssystem Folketrygden. Gleichzeitig ist das System aber so angelegt, dass der Staat die Basis bereitstellt, der tatsächliche Lebensstandard im Alter jedoch aus dem Zusammenspiel mit betrieblichen Renten entsteht."
Während Durchschnittswerte uns eine Grundlage bieten, verläuft der Ruhestand selten „durchschnittlich".
Um die Lücke zwischen staatlicher Unterstützung und Ihren persönlichen Zielen zu schließen, müssen Sie entscheiden, welche Art von Leben Sie tatsächlich finanzieren möchten. Wir haben dies in zwei verschiedene Lebensstile unterteilt:
Für eine Einzelperson sind diese Kosten überschaubar. Für einen Zwei-Personen-Haushalt ändert sich die Rechnung: Während sich Kategorien wie Essen und Reisen verdoppeln, bleiben gemeinsame Kosten wie Wohnen und Haushaltsführung relativ konstant, was einen „Zusammenwohnrabatt" ergibt.
Den eigenen Budgetplan zu verstehen, ist der erste Schritt, aber die letzte Hürde ist die Strategie. Wenn zwischen der staatlichen Rente und dem gewünschten Lebensstil eine „Versorgungslücke" von 30 % oder mehr klafft, steht man vor einem Problem, das sich nicht allein durch Verzicht lösen lässt. Die Frage ist dann: Wie verändert man die Variablen der Gleichung? Liegt die Lösung darin, während des Erwerbslebens massiv mehr zu sparen, oder kann man durch kluge Entscheidungen die Kostenbasis senken?
Um diese Fragen greifbar zu machen, stellen wir Ihnen unser interaktives Ruhestandstool vor. Es dient als Entscheidungshilfe, um verschiedene Szenarien durchzuspielen: Kann beispielsweise ein Umzug in ein Land mit niedrigeren Lebenshaltungskosten („Ruhestands-Migration") die Kaufkraft Ihrer Rente verdoppeln? Welchen messbaren Unterschied macht ein abbezahltes Eigenheim für Ihr monatlich verfügbares Budget?
In Europa hängt die Frage, ob Menschen ihren Ruhestand sorgenfrei genießen können, weit weniger von einer einzelnen Rentenhöhe ab als vom Verhältnis zwischen der Höhe der Rentenzahlungen und den tatsächlichen Kosten des Ruhestands. Die staatlichen Altersrenten unterscheiden sich nominal erheblich, und obwohl die Kaufkraftbereinigung diese Unterschiede verringert, beseitigt sie sie nicht.
In manchen Ländern decken vergleichsweise hohe Renten und niedrigere Lebenshaltungskosten einen Großteil der typischen Ausgaben im Ruhestand durch staatliche Renten ab. In anderen Ländern reichen selbst durchschnittliche Renten bei Weitem nicht aus, um die jährlichen Ausgaben älterer Menschen zu decken, was eine starke Abhängigkeit von Ersparnissen, betrieblicher Altersvorsorge oder familiärer Unterstützung bedeutet.
Alle Daten stammen aus Datensätzen von Eurostat. Die Studie umfasst 27 EU-Länder sowie drei weitere Länder (Norwegen, Montenegro und Serbien), für die Daten verfügbar sind. Obwohl auch für die Türkei Daten vorliegen, wurde das Land aufgrund der extremen Inflation der letzten Jahre ausgeschlossen. Die europäischen Durchschnittswerte der Studie basieren auf den Daten der 27 EU-Länder.
Die durchschnittlichen Rentenbeträge wurden berechnet, indem die Gesamtaltersrenten (in Euro) durch die Anzahl der Altersrentenempfänger:innen in dem jeweiligen Land geteilt wurde. Die Daten beziehen sich ausschließlich auf Altersrenten (und nicht etwa auf Hinterbliebenenrenten oder Erwerbsminderungsrenten). Die Rentendaten stammen aus dem Jahr 2023.
Die Schätzung der Ausgaben von Rentner:innen im Jahr 2023 war ein dreiteiliger Prozess, der mehrere Datensätze erforderte.
SCHRITT 1: Schätzung der Ausgaben auf Basis historischer Daten
Eurostat veröffentlicht Ausgabenbeträge (in Euro) basierend auf den Ausgaben von Erwachsenen in den jeweiligen Ländern. Diese Kennzahl zeigt die Ausgaben von Erwachsenen, bereinigt um die Haushaltsgröße. Diese Ausgabendaten können nicht nach Altersgruppen aufgeschlüsselt werden.
Eurostat stellt außerdem Ausgaben in Kaufkraftstandards (KKS) bereit, sowohl mit als auch ohne Aufschlüsselung nach Altersgruppe. Für diese Studie dienen Erwachsene ab 60 Jahren als Stellvertreter für die im Ruhestand lebende Bevölkerung.
Ausgehend von den KKS-Daten ermittelten wir das Verhältnis des Konsums von Erwachsenen ab 60 Jahren zum Konsum aller Erwachsenen in jedem Land. Dies zeigt, wie sich der Konsum von Rentnern und Rentnerinnen von dem eines typischen Erwachsenen unterscheidet.
Anschließend multiplizierten wir die Kaufkraftparität (KKP) jedes Landes mit dem Pro-Kopf-Verbrauch in Euro. Das Ergebnis war unsere Schätzung der jährlichen Ausgaben von Rentnern und Rentnerinnen in Euro in den einzelnen Ländern. Diese Berechnung führten wir für die vier aktuellsten Jahre im Datensatz durch: 2005, 2010, 2015 und 2020.
SCHRITT 2: Ausgabenkategorien berechnen
Um herauszufinden, wie viel ein typischer Rentner für verschiedene Lebenshaltungskosten ausgibt, haben wir den Anteil der Ausgaben untersucht, den Rentner für 12 wichtige Lebenshaltungskosten aufwenden: Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke; alkoholische Getränke, Tabakwaren und Drogen; Kleidung und Schuhe; Unterkunft, Wasser, Gas, Strom und andere Brennstoffe; Einrichtungsgegenstände, Haushaltsgeräte und laufende Instandhaltung; Gesundheit; Transport; Kommunikation; Freizeit und Kultur; Bildung; Restaurants und Hotels; sonstige Waren und Dienstleistungen.
Wir multiplizierten jede Kategorie mit den geschätzten jährlichen Gesamtausgaben. So konnten wir sowohl den prozentualen Anteil der Ausgaben jeder Kategorie als auch den absoluten Eurobetrag analysieren. (Beispiel: Bei einem Anteil von 30 % am Gesamtverbrauch an den Wohnkosten und jährlichen Gesamtausgaben von 10.000 € betragen die Wohnkosten 3.000 €.) Diese Berechnungen führten wir für jedes der betrachteten Jahre durch.
SCHRITT 3: Anpassung der Ausgaben an den Euro-Wert von 2023.
Wir haben die historischen Ausgaben mithilfe des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) inflationsbereinigt. Wir haben Folgendes vorgenommen: kategoriespezifische Inflation, eine Anpassung, die jede Ausgabenkategorie eines jeden Jahres auf den Euro-Wert von 2023 umrechnet.
Auf Grundlage dieser Anpassung konnten wir die Ausgaben über die Jahre hinweg nachverfolgen. Wir konnten die Ausgaben auch mit den Rentendaten von 2023 vergleichen.
Wir stellten im Laufe der Jahre einige Schwankungen im Ausgabeverhalten fest. Beispielsweise waren die Ausgaben in vielen Ländern im Jahr 2010 rückläufig, vermutlich aufgrund der Finanzkrise. Ebenso stiegen beispielsweise die Gesundheitsausgaben, während die Ausgaben für Restaurants und Hotels im Jahr 2020 der Pandemie bedingt sanken. Daher haben wir die vier inflationsbereinigten Jahreswerte (2005, 2010, 2015 und 2020) jeweils zu Preisen von 2023 gemittelt, um eine einzige, geglättete Schätzung der Ausgaben für ältere Menschen in jedem Land im Jahr 2023 zu erhalten.
Nachdem wir die geschätzten Ausgabenbeträge für jede Kategorie ermittelt hatten, wollten wir einige der Ausgabenwerte anpassen, um einen genussvolleren Lebensstil widerzuspiegeln, wie zum Beispiel eine größere Wohnungen, mehr Reisen und Restaurantbesuche sowie höhere frei verfügbare Ausgaben.
Da die ersten Schätzungen das durchschnittliche Ausgabeverhalten einer Einzelperson widerspiegelten, haben wir bestimmte Kategorien erhöht, um ein „überdurchschnittliches" Ausgabeverhalten abzubilden. Hierfür verwendeten wir die folgenden Multiplikatoren:
Wir hatten nun geschätzte Ausgaben sowohl für durchschnittliche als auch für großzügige Lebensstile. Diese Werte bezogen sich jedoch auf die Ausgaben einer Einzelperson. Um die Kosten für ein älteres Ehepaar abzubilden, wollten wir Ausgabenkategorien berücksichtigen, die sich bei einer Verdopplung der Haushaltsgröße von einer auf zwei Personen erhöhen (z. B. Lebensmittel, Gesundheit und Kleidung). Die Multiplikatoren für einen Zweipersonenhaushalt sind unten aufgeführt:
Als Senior Data Journalist bei DataPulse Research recherchiere, analysiere und visualisiere ich Daten, um faktenbasierte Geschichten zu erzählen, die in den Medien Resonanz finden. Mein Fokus liegt darauf, komplexe Datensätze in klare, zugängliche Narrative zu übersetzen, die aktuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen beleuchten. Mit über fünf Jahren Erfahrung in der Datenanalyse und datengetriebenem Storytelling decke ich kritische Trends und Muster auf und ermögliche so tiefere Einblicke für journalistische Publikationen und die Öffentlichkeit.
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