Deutschland steht mitten in einer historischen Katastrophe: Mit bereits 4.931 Hektar verbrannter Waldfläche (Stand: 9. Juli 2025) ist dieses Jahr jetzt schon das schlimmste Waldbrandjahr seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1975. Zum Vergleich: Selbst im bisherigen Rekordjahr 2022 verbrannten „nur“ 4.293 Hektar. Die steigende Gefahr zeigt sich dabei nicht nur in der Fläche, sondern auch in der räumlichen Verteilung des Risikos.
Süden und Osten besonders gefährdet
Ein Blick auf den Waldbrand-Risiko-Index offenbart drastische Unterschiede zwischen den Bundesländern: Der Index zeigt, wie viel Prozent der jeweiligen Landesfläche als „besonders stark von potenziellen Waldbränden bedroht“ gelten.
Die Gefahr scheint im Südwesten und Teilen im Nordosten besonders hoch zu sein. Im Saarland (68 %) und Rheinland-Pfalz (56 %) sind besonders große Anteile der Landesfläche stark gefährdet. Auch in Brandenburg (54 %) und Sachsen-Anhalt (55 %) liegt das Risiko deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Die geringste Gefährdung zeigt sich in Berlin, mit gerade einmal 4 %.
Ein historischer Anstieg
Die Entwicklung über die Jahre ist alarmierend: Von 2006 bis 2017 bewegte sich die jährlich verbrannte Fläche meist im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich. So sind im Jahr 2017 etwa 57 Hektar verbrannt, im Jahr 2013 waren es 133. Erst ab 2018 steigen die Zahlen drastisch: 2.006 Hektar im Dürrejahr 2019, dann der Höhepunkt 2022 mit 4.293 Hektar. Die Zahlen aus 2023 (975 ha) und 2024 (826 ha) zeigen eine deutliche Beruhigung, bevor 2025 alle bisherigen Spitzenwerte gesprengt werden.
Ursachen und Ausblick
Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig: zunehmende Trockenheit, steigende Temperaturen, mehr Extremwetterereignisse. Hinzu kommt eine oft unzureichende Waldpflege: Monokulturen aus Kiefern, wie sie besonders in Ostdeutschland verbreitet sind, bieten leicht entzündliches Material. Auch Blitzeinschläge, Brandstiftung oder Funkenflug bei Trockenheit gelten als häufige Auslöser.
Laut dem European Forest Fire Information System (EFFIS), aus dem auch die Daten dieser Grafik stammen, ist eine Zunahme extremer Waldbrandsaisons europaweit zu beobachten. Deutschland ist also kein Einzelfall.
Fazit
Die Lage ist ernst. 2025 ist nicht nur ein statistischer Ausreißer, sondern ein Weckruf. Waldbrandschutz muss in Deutschland zur Priorität werden. Brände können durch bessere Früherkennung, intelligentere Forstwirtschaft und konsequenten Klimaschutz verhindert werden. Andernfalls wird diese Karte bald keine Ausnahme, sondern der neue Normalzustand sein.