Pflegeheimkosten

Pflegeheimkosten in Deutschland

Dass die Pflegekosten explodieren, bekommen auch diejenigen mit, die selbst keine zu pflegenden Angehörigen oder Bekannte haben. Die explodierenden Kosten und das wachsende Defizit bei der Pflegeversicherung sind, ebenso wie bei den Krankenkassen und der gesetzlichen Rente, fester Bestandteil der Nachrichten und Tageszeitungen. Die Ursachen der steigenden Kosten sind vielfältig:

  • längere Lebenserwartung
  • Mangel an Pflegekräften verschärft Wettbewerb zwischen den Anbietern
  • sinkende Bevölkerungszahl bedeutet abnehmende Zahl an Beitragszahlern in der Sozialversicherung

Die Kostentreiber im Detail

Dank der medizinischen Fortschritte leben Menschen heute länger als vor 50 Jahren, allerdings häufig nicht mehr selbstbestimmt. Die Zahl der Pflegebedürftigen stieg von 2,02 Millionen Menschen im Dezember 1999 auf 5,69 Millionen Personen im Dezember 2023. 

Der steigenden Anzahl an Pflegebedürftigen steht im Umkehrschluss der zunehmende Mangel an Pflegeplätzen und Pflegepersonal gegenüber. Im Jahr 2024 wurden 112 Pflegeheime, 274 Pflegedienste und 111 Tagespflegen geschlossen (Quelle: pflegemarkt.com). Der Personalmangel hat die Zahlung von “Kopfgeld” für qualifizierte Pflegekräfte inzwischen zu einem branchenüblichen Rekrutierungsmodus gemacht. In München wird beispielsweise ein “Kopfgeld” in Höhe von 8.000 Euro gezahlt – 4.000 Euro für den Anwerber und 4.000 Euro für die Pflegekraft (Quelle: tz.de). Diese Gelder können nur über höhere Unterbringungskosten wieder erwirtschaftet werden. Es zeigt sich aber auch, dass die Heime, die höhere Sätze berechnen, auch über die solidere Mitarbeiterdecke verfügen und damit eine bessere Betreuung gewährleisten können. 

Als dritter Punkt, der für den steigenden Anteil der Pflegekosten für die Angehörigen greift, ist der sinkende Anteil der sozialversicherungspflichtigen Bevölkerung in Deutschland. Es bedarf keines Taschenrechners, um nachzuvollziehen, dass eine steigende Anzahl von Leistungsempfängern bei gleichzeitigem Rückgang an Beitragszahlern die Pflegekassen extrem belastet. Die steigenden Unterbringungskosten können nicht mehr aufgefangen werden und müssen an die Pfleglinge oder deren Angehörige weitergegeben werden.

Deutliche regionale Unterschiede bei den Heimkosten

Ein weiterer Punkt, der sich auch auf die Kosten der stationären Pflege auswirkt, ist regional. Natürlich gibt es überall kostengünstigere und kostenintensivere Häuser, was auch vom Betreiber abhängt. Wir haben daher für einen regonalen Vergleich den identischen Betreiber, die Caritas, und zwei Standorte, Frankfurt am Main und Frankfurt an der Oder gewählt. Während der monatliche Eigenanteil, Stand Januar 2025, in Frankfurt am Main 4.189 Euro beträgt, fallen in Frankfurt an der Oder “nur” 3.050 Euro an (Quelle: Caritas). Gründe dafür können die niedrigeren Objektkosten, Verwaltungskosten und ein nach wie vor gegebenes Gehaltsgefälle zwischen West und Ost sein.

“Aufenthaltsrabatt” keine echte Kalkulationsgrundlage

Die Tatsache, dass sich der Eigenanteil mit der Dauer des Heimaufenthaltes deutlich reduziert, ist allerdings stark beschönigend. Die durchschnittliche Lebensdauer in einem Pflegeheim hat in den letzten Jahren abgenommen, trotz medizinischer Fortschritte, und beträgt aktuell noch 25 Monate. Über 30 Prozent der Heimbewohner versterben innerhalb der ersten zwölf Monate ihres Aufenthaltes (Quelle: Caritas). Einer der Gründe dafür ist, dass der Umzug in ein Pflegeheim häufig erst in sehr hohem Alter erfolgt, die verbliebene Lebenserwartung demzufolge zwangsläufig niedrig ausfällt.     

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