Paketboom: Mehr Umsatz, mehr Sendungen

Boom der Paketzustellung

Deutschland verschickt so viele Pakete wie nie und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Die Umsätze im Paketmarkt haben sich seit 2017 mehr als verdoppelt.​​ 2024 wurden schätzungsweise 3,997 Milliarden Pakete verschickt, das entspricht rund 48 Sendungen pro Person.

Wie stark der Markt wirklich wächst

Nach Daten der Bundesnetzagentur stiegen die Umsätze der Paketdienste zwischen 2017 und 2025 von 8,039 auf 17,397 Milliarden Euro. Parallel stieg die Menge an versendeten Paketen im Inland seit 2017 von 2,362 Milliarden Stück auf 3,997 Milliarden Pakete im Jahr 2024 an. Damit verfestigt sich der langfristige Trend eines Marktes, der durch E‑Commerce, Retouren und internationale Verflechtungen Jahr für Jahr neue Rekorde erreicht.​ Selbst nach dem pandemiebedingten Spitzenjahr 2021 mit kurzfristigen Rückgängen bleibt der Trend klar nach oben gerichtet.​

Wer dominiert den Paketmarkt?

Der deutsche Paketmarkt ist hoch konzentriert. Sechs große Anbieter (Amazon, DPD, Deutsche Post DHL, GLS, Hermes und UPS) wickeln zusammen rund 98 % aller inländischen und grenzüberschreitenden Paketsendungen ab. Besonders stark ist die Deutsche Post DHL, die mit über 40 % der Sendungsmenge deutlich vor den anderen Wettbewerbern liegt. Amazon, das seit 2017 eigene Logistikzentren betreibt, hat sich mit Marktanteilen zwischen 15 und 25 % als zweites Schwergewicht etabliert und zeigt ein besonders starkes Wachstum auf. DPD, GLS, Hermes und UPS bewegen sich jeweils in einer Spanne von etwa fünf bis 15 % Marktanteil.

Die Wettbewerbsintensität unterscheidet sich deutlich zwischen den zwei Segmenten der Geschäftskunden (Business to Consumer) auf der einen und Privatkunden und Kundinnen (Consumer to Consumer) auf der anderen Seite. Im Segment der Geschäftskunden ist der Wettbewerb zwischen den Anbietern stärker als für private Paketsendungen, wo die Marktkonzentration wesentlich ausgeprägter ist und die Deutsche Post DHL den Markt dominiert. 

Was hinter dem Boom steckt und wo es knirscht

Treiber des Booms ist vor allem der stetig wachsende Online‑Handel. Während früher die Weihnachtsgeschenke in der Einkaufsstraße der Innenstadt geshoppt wurden, verschiebt sich der Handel heute weiter ins Netz, mit entsprechendem Logistikbedarf. 

Der Boom hat jedoch eine Kehrseite. Der rasant wachsende Online‑Handel hinterlässt in vielen Innenstädten immer mehr Leerstand, während Lieferverkehr und damit verbundene Emissionen zunehmen. Gleichzeitig berichten Aufsichtsbehörden über ansteigende Beschwerdezahlen wegen verspäteter oder verlorener Sendungen. Für die Unternehmen wird es damit zur Kernfrage, wie sich weiteres Wachstum mit Zustellqualität und Klimazielen vereinbaren lässt.​

Wie es weitergehen könnte

Kurzfristig erwarten Branchenstudien trotz konjunktureller Unsicherheit weiteres Wachstum. Die KEP-Studie 2025 des Bundesverbandes Paket- und Expresslogistik geht davon aus, dass sich die Sendungsmengen bis 2030 kontinuierlich auf eine Sendungsmenge von 5,2 Milliarden erhöhen. Gleichzeitig könnte politischer Druck in Richtung nachhaltiger Stadt- und Verkehrslogistik, etwa durch Emissionszonen oder verpflichtende Bündelungen von Lieferungen, das Geschäftsmodell verändern.​

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