Müllmenge pro Kopf in Deutschland 2022

Pro Kopf Müllverbrauch


Es herrscht oft die Meinung vor, dass unsere Müllberge beständig anwachsen. Schauen wir auf Rheinland-Pfalz mit einem Pro-Kopf-Abfallaufkommen von 523 Kilo im Jahr 2022, ist das eine Menge. Gehen wir zwölf Jahre zurück in das Jahr 2010, waren es dort “nur” 515 Kilo. Die Ursache dafür liegt im Trüben. Die Bevölkerungsentwicklung kann nicht wirklich ausschlaggebend gewesen sein. Im Jahr 2010 lebten dort 4.003.745 Menschen, im Jahr 2022 waren es 4.108.555. Anders verhielt es sich aber beispielsweise in Niedersachsen, Berlin oder Bayern. In diesen drei, wie auch in anderen Bundesländern, ist die Müllmenge rückläufig.

BundeslandJahrkg
Niedersachsen2010491,9
Berlin2010407,3
Bayern2010466,1

(Quelle: Statistische Ämter)


Wer die Zahlen in Berlin betrachtet, wird heute sagen, natürlich geht der abtransportierte Hausmüll dort zurück. Die Leute werfen einfach alles nur noch auf die Straße. Eine Aussage, die beispielsweise für Berlin-Mitte durchaus zutreffend ist. Der Bezirk vermüllt. Dieser Sachverhalt trifft aber glücklicherweise nicht auf die ganze Republik zu.

 
 

Mülltrennung war der Einstieg zur Müllvermeidung


Die Mülltrennung dürfte viele Menschen zum Thema Abfall sensibilisiert haben. Der gleichgültige Umgang mit Hausmüll bis in die 70er Jahre hinein wurde erfolgreich abgelöst. Batterien landeten damals ebenso in der Mülltonne in der Küche, wie Zeitung, Kartoffelschalen oder Plastik. Das ganze Sammelsurium wurde auf Müllhalden abgeladen. Der Frankfurter “Monte Scherbelino” war in der Mainmetropole das “Müll-Wahrzeichen”.
Begriffe wie Recycling oder Wertstoffe kamen im damaligen Vokabular nicht vor. Erst mit Einführung der Mülltrennung wurde den Menschen bewusst, dass nicht jeder Abfall auch vernichtet werden muss, sondern durchaus der Wiederverwertung zugeführt werden kann.
Der Lernprozess führte beispielsweise bei Lebensmitteln dahin, dass einige zunächst noch fremdartig anmutende Läden, ihren Kunden nahelegten, doch eigene Transportgefäße mitzubringen. Dies diente der Vermeidung von Verpackungsmüll. Filialbetriebe kamen immerhin zu der Erkenntnis, Einweg-Kunststoffgemüsebeutel durch wiederverwendbare Stoffbeutel zu ersetzen.
Hinsichtlich des Verpackungsmülls gerade bei Obst und Gemüse können die Deutschen noch einiges von Südeuropa lernen. Die Waren werden deutlich häufiger lose angeboten. Auch bei Aldi Italien, um ein Beispiel zu nennen, ist das Angebot an bereits verpacktem Gemüse gegenüber dem von Aldi Deutschland wesentlich überschaubarer.
 
 
 

Refurbed – die Wegwerfalternative bei Non-Food Produkten


Gerade bei Elektronikartikeln gibt es zwei sehr gegensätzliche Strömungen in der Bevölkerung. Die einen möchten immer auf dem neuesten Stand der Technik sein, die anderen denken, Hauptsache das Teil funktioniert.
Das immer stärker werdende Bindeglied zwischen diesen Konsumentengruppen sind Unternehmen, die gebrauchte Geräte ankaufen, runderneuern und mit Garantie, aber zu deutlich günstigerem Preis wieder verkaufen. Das Huawei P40 Smartphone kostet neu um die 470 Euro. Als “refurbed product” ist es für rund 300 Euro zu haben.
 
 
 

Welche Tendenzen gibt es beim Hausmüll für die Zukunft?


Der fast bundesweite Rückgang von Abfällen bei Privathaushalten stellt eine erfreuliche Entwicklung dar. Die allgemeine Einstellung gegenüber Abfallvermeidung zeigt ebenfalls eine Tendenz, die wir als positiv werten können.

Leider wird sie von den Ausreißern, siehe Berlin-Mitte, immer noch visuell überlagert. Eine Aufweichung des Lebensmittelrechts bezüglich der Nutzung eigener Transportmittel durch die Verbrauchenden auch bei Fleisch- und Wurstwaren würde dem Bedarf an Verpackungsmüll weiter entgegenwirken.

Grundsätzlich sollten wir in Deutschland aber auf einem akzeptablen Weg sein – wie es andernorts auf der Welt aussieht, steht zum Glück in diesem Beitrag nicht zur Diskussion.

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