Der Klimawandel lässt nach und nach alles immer mehr zum Luxus werden. Wasser ist schon seit Jahrzehnten ein knappes Gut, nun zeigt sich, dass auch eine angemessene Raumtemperatur für immer mehr Menschen zum Luxus wird. Gerade dort in Europa, im Süden, wo die Einkommen geringer ausfallen als im Norden, steigt der Bedarf an kostenintensiver Kühlung.
Während das Durchschnittseinkommen in Luxemburg im Jahr 2024 bei rund 50.000 Euro und in Norwegen bei leicht über 40.000 Euro lag, kamen die Menschen in Italien auf 20.000 Euro und in Griechenland leicht unter 11.000 Euro. Deutschland bewegt sich mit 27.700 Euro über dem europäischen Durchschnitt von 23.800 Euro (Quelle: eurostat).
Nun wäre es aber ein Trugschluss, aus dem Einkommen zu schließen, ob die Hitze Menschen in den Ruin treibt. Die Raumluft wird üblicherweise durch Klimaanlagen angehoben oder gesenkt. Klimaanlagen benötigen Strom. Es kommt also nicht nur darauf an, an wie vielen Tagen im Jahr die Raumluft künstlich auf ein komfortables Niveau gesenkt wird, sondern auch, was der dafür benötigte Strom kostet.
Strompreise in Europa: Deutschland an der Spitze
Im Jahr 2024 führte Deutschland die Preisliste für den durchschnittlichen Strompreis mit 39,4 Ct / kWh an, gefolgt von Dänemark mit 37,6 Ct / kWh. Der europäische Durchschnitt betrug 28,7 Ct / kWh.
Was nun folgt, sind Rechenbeispiele, um zu ermitteln, wie sich die Relation zwischen Einkommen und Strompreis für die Bewohner:innen von Ländern mit niedrigeren Einkommen auswirkt. Das Durchschnittseinkommen in Deutschland lag im Jahr 2024 rund 16,4 % über dem europäischen Mittel. Der Strompreis in Deutschland überstieg den europäischen Mittelwert allerdings um 37,3 %. Das heißt, im Falle Deutschlands wirkte sich das Delta zwischen Einkommen und Stromkosten überproportional aus.
Wie sah es 2024 in Italien aus? Das italienische Durchschnittseinkommen lag ca. 16 % unter dem europäischen Durchschnitt. Der Strompreis in Italien überstieg mit 31,1 Ct / kWh den europäischen Durchschnitt jedoch um 8 %. Für die Italiener:innen bedeuten steigenden Temperaturen folglich auch deutlich steigende Ausgaben für die Klimatisierung.
Griechenland mit einem deutlich niedrigerem Durchschnittseinkommen als viele andere europäischen Länder lag bei einem Strompreis von 23,1 Ct / kWh 24 % unter dem europäischen Durchschnitt. Das mildert das Minus von 51 % gegenüber dem Europamittel ein wenig ab, bedeutet aber dennoch, dass die Griechen in Relation zum Einkommen deutlich mehr für Strom aufwenden müssen (Quelle: strom-report).
Dazu kommt erschwerend hinzu, dass die Anzahl der Hitzetage in Südeuropa zunehmen werden.