dm und Rossmann, die beiden Schwergewichte auf dem deutschen Drogeriemarkt, teilen sich die Republik auf. Nach der Schlecker-Pleite im Jahr 2012 gibt es im Grunde keine ernsthaften Konkurrenten mehr. Als deutschlandweit tätiger Akteur wäre noch Müller zu nennen, allerdings mit einem stärker abweichenden Sortiment. Daneben gibt es noch einige regional aufgestellte Unternehmen. Werfen wir zunächst einen Blick auf die Eckdaten der beiden Drogerieketten.
dm – ein “Global Player”
dm wurde im Jahr 1972 in Karlsruhe in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG gegründet. Inzwischen hat sich dm mit 4.100 Filialen und 90.000 Mitarbeitenden zum größten Drogeriemarkt Europas und zur drittgrößten Drogeriekette weltweit entwickelt. dm ist außer in Deutschland noch in den folgenden Ländern vertreten:
- Österreich
- Polen
- Tschechien
- Slowakei
- Ungarn
- Slowenien
- Kroatien
- Serbien
- Bosnien-Herzegowina
- Rumänien
- Bulgarien
- Nordmazedonien
- Italien
In China ging dm im Jahr 2016 ein Joint Venture mit Alibaba ein.
Produkte
dm Deutschland bietet, wie die Mitbewerber, neben dem klassischen Drogeriesegment auch Lebensmittel an. Dabei beschränkt sich das Unternehmen allerdings auf ökologische und nachhaltige Produkte.
Mit den insgesamt 21 Eigenmarken, die wiederum rund 2.000 Artikel abdecken, die bekannteste ist vermutlich “Balea”, erwirtschaftet dm ca. 30 Prozent des Umsatzes.
Rossmann – nach dem Schlecker-Aus die Nummer zwei
Die Gründung von Rossmann und dm erfolgte quasi zeitgleich. Rossmann wurde als GmbH in Burgwedel ebenfalls im Jahr 1972 ins Leben gerufen. Die Niedersachsen agieren ebenfalls international. Die 2.655 Filialen und 25.000 Mitarbeitende außerhalb Deutschlands verteilen sich auf
- Polen
- Ungarn
- Tschechien
- Türkei
- Albanien
- Dänemark
- Kosovo
- Aserbaidschan
- Spanien
- Schweiz
40 Prozent der Firmenanteile werden allerdings seit 2002 von der chinesischen Holding CK Hutchinson Holdings Ltd kontrolliert.
Auch wenn Rossmann nicht ganz kritikfrei daherkommt, Preisabsprache mit Melitta, Beschäftigung von Mitarbeitenden von Subunternehmen, die wiederum der Rossmann GmbH gehören, gab es auch positive Ergebnisse seitens Dritter. Statista listete im Rahmen einer Studie für Forbes Rossmann im Jahr 2021 unter den 50 besten Arbeitgebern weltweit (World’s Best Employers).
Produkte
Im Bereich der Eigenmarken liegt Rossmann deutlich vor dm. Rund 21.000 Produkte werden in 29 Eigenmarken gebündelt und vertrieben. Bekanntester Eigenname dürfte die Körperpflegeserie Isana sein. Rossmann richtet sich bei seinen Produkten sehr nachhaltig aus. Über 600 Mal wurden diese von Öko-Test und Stiftung Warentest mit “gut” oder “sehr gut” bewertet.
Rossmann mit stärkerem Trend zum Food-Segment
Im Gegensatz zu dm setzt Rossmann verstärkt auf Lebensmittel. Im Food-Segment gilt allerdings ganz klar ein ökologischer Ansatz. Vertrieben werden nur Bio-Lebensmittel. Die Produkte laufen unter dem Eigennamen enerBiO und tragen alle die Bio-, Naturland- und Bioland-Siegel. Im Gegensatz zu dm findet sich bei Rossmann auch ein für einen Drogeriemarkt eher unübliches Produkt. Seit dem Jahr 2000 baut Rossmann sein Angebot an Weinen stetig aus. Dabei handelt es sich nicht um “Trash-Weine”, sondern durchaus um Weine mit einem soliden Preis-Leistungs-Verhältnis.
Eckdaten werfen Fragen auf
Schauen wir auf die drei Vergleichsgrößen Anzahl Filialen und Mitarbeitende und dazu das Umsatzvolumen, wird es spannend. dm erwirtschaftet mit 92 Prozent der Filialen, die Rossmann zur Verfügung stehen und 30 Prozent mehr Mitarbeitenden 26 Prozent mehr Umsatz. Der gewaltige Überhang bei Mitarbeitenden könnte – lässt sich aber so leider nicht belegen – auf unterschiedlicher Mitarbeitendenstruktur basieren. Möglicherweise setzt dm verstärkt auf Minijob-Kräfte während Rossmann eher Vollzeitmitarbeiter und -mitarbeiterinnen bevorzugt. Wie es dem Unternehmen aber gelingt, diesen Umsatzvorsprung herauszuarbeiten, bleibt ein Geheimnis der Geschäftsführung.