Gen Z: Hohe sexuelle und geschlechtliche Vielfalt

In Deutschland identifizieren sich 22 % der Gen Z als LGBT+. Das ist das Ergebnis der Ipsos Global Advisor-Studie „LGBT+ Pride 2023„. Damit ist in Deutschland die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt bei der Generation Z am höchsten und liegt leicht über den weltweiten Ergebnissen der Studie. In der Generation der Baby Boomers identifizieren sich in Deutschland nur 5 % als LGBT+.

In der Studie finden sich keine Erklärungsansätze, weshalb sich jüngere Generationen häufiger als LGBT+ identifizieren. Innerhalb der LGBT+ Community wird die These vertreten, dass insbesondere die Gen Z, aber auch Millennials, das Geschlecht als ein soziales Konstrukt sehen und geschlechtliche Normen in Frage stellen. Demnach revolutionieren die jüngeren Generationen die Vorstellungen von Geschlecht, indem sie selbstgewählte Pronomen verwenden und sich mehr Menschen als trans oder nicht-binär outen. Nicht-binär bedeutet, dass sich Personen weder ausschließlich als männlich noch als weiblich identifizieren.

Die Ergebnisse der Ipsos-Studie legen nahe, dass mit zunehmender Anerkennung sexueller und geschlechtlicher Minderheiten immer mehr Menschen ihre Sexualität offen ausleben können. Mehr als jede:r zehnte Deutsche (11%) definiert sich selbst als Teil der LGBT+-Community. Weltweit hat die Sichtbarkeit in den letzten zwei Jahren zugenommen.​ 47 % der Befragten geben an, einen Verwandten, Freund oder Arbeitskollegen zu haben, der lesbisch, schwul oder homosexuell ist – ein Anstieg von 5 Prozentpunkten seit der letzten Studie im Jahr 2021.

Erstmalig wurden in der Studie auch Einstellungen von Menschen gegenüber transgender Personen abgefragt. Zwei Drittel (68%) sprechen sich in Deutschland grundsätzlich dafür aus, dass transgender Personen in Bereichen wie Arbeit und Wohnen sowie beim Zugang zu Restaurants oder Geschäften vor Diskriminierung geschützt werden sollten.

Die Ipsos-Studie ist zwischen dem 17. Februar und dem 3. März 2023 durchgeführt worden. Dabei wurden 22.514 Personen aus 30 Ländern über ein Online-System befragt.

 


Autor dieses Studie

Anna Neifer

María Fernandez Campos

Anna Neifer ist Datenjournalistin und Autorin bei DataPulse. Sie nutzt ihren Hintergrund im Journalismus und in der Datenanalyse, um aufschlussreiche Studien und Berichte zu erstellen. Mit umfassender Erfahrung in redaktionellen Rollen bei großen deutschen Rundfunkanstalten wie WDR, ARD und ZDF, zeichnet sich Anna darin aus, komplexe Datensätze in fesselnde Erzählungen zu verwandeln.

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